Dieser Artikel ist mein Versuch, d.h. aus meiner Sicht als Automatensammler und Bastler, die im SUPERCHANCE, CROWN,
JUBILEE, GOLD und JUWEL verwendete Technik und mögliche Fehler dieser Geräte zu beschreiben.
Alle Angaben entsprechen meiner subjektiven Meinung, können unvollständig sein und eventuell sogar schlicht falsch.
Falls Sie derartiges entdecken schreiben Sie mir das bitte, Vielen Dank!
Technik:
Antrieb: der Scheibenantrieb erfolgt, wie bei den elektromechanischen Geräten zuvor, über einen Zahnriemen
und Rutschkupplungen an jeder Scheibe.
Der Riemen wird angetrieben von einem 220V (!) - Motor, der, solange sich noch mindestens 30Pf auf dem Münzsspeicher befinden, immer läuft.
Das Stoppen der Scheiben erfolgt über je einen Startmagneten. "Start"-Magnet bedeutet: Ohne Strom/in Ruhe hält er die Scheibe fest, wenn er anzieht
läßt er sie los.
CPU: Das CPU-Board ist, wie bei den elektromechanischen Geräten zuvor, an der Tür angebracht (Metallkiste innen oben). Verwendet wird eine Z80 CPU mit
den üblichen Peripheriebausteinen Z80-PIO und Z80-CTC. Die PIO ist (nur) zuständig für alle Signale von den Tasten
und Münzschaltern zur CPU und für die Ansteuerung der Auswerfer auf Wunsch der CPU. Alle anderen In/Out's erfolgen über die
LS373/LS138/LS367 auf dem CPU-Board direkt auf den Datenbus
Drei 16k-EPROMs (SuperChance: 8k-EPROMS) beinhalten das (gerätespezifische) Betriebsprogramm, in 2 RAM-IC's kann die CPU
variable Daten speichern. Die Fenster der EPROMs sind lichtdicht abgeklebt da sonst schon das Umgebungslicht sie früher oder später löschen würde.
Die RAMs sind Akku-gepuffert, daher gehen die Daten dort auch nach dem Ausschalten nicht verloren.
Welche Daten letzlich im Betrieb dort gespeichert werden ist Geheimnis des Herstellers.
Die Spannung des Akkus wird überwacht durch eine kleine Schaltung auf dem CPU-Board.
Weiterhin befindet sich dort noch der
Taktgenerator für die CPU (und damit für das gesamte Gerät). Er besteht im Wesentlichen
aus einem Quartz, 2 FlipFlops und Kondensatoren (liegt alles in Reichweite des Accu).
Die meisten IC's auf dem CPU-Board sind gesockelt, so wie auch auf den anderen Platinen im Gerät. Damit kann man sie im Fehlerfall einfach (ev. testweise)
tauschen.
Gewinnabtastung: Auf den Achsen der Spielscheiben ist innen jeweils eine Code-Scheibe angebracht die über je 4 Lichtschranken abgefragt wird. Die Lichtschranken
bestehen aus 4 Photodioden auf der Platine die von einem üblichen Glassockellämpchen (24V/2W) durch die Codeschreibe angestrahlt werden.
Weiterhin ist hier auch der Test-Drehschalter
untergebracht.
Die IC's auf dieser Platine sind lediglich Bustreiber, die Auswertung selber erfolgt durch die CPU.
Münzspeicher-/Sonderspielzähler-platine: (An der Tür oben) Dort befinden
sich nur Display- und Lampentreiber, angesteuert durch die CPU.
Beim SuperChance ist dort nur der Münzspeicher, der Sonderspielezähler
ist mit auf der Ausspiel-Tableau-Platine untergebracht
Risiko-/Ausspielplatine(n): Auf diesen Platinen an der Tür befinden sich nur Multiplexer-IC, Lampentreiber und jede Menge Lämpchen (24V/2W),
angesteuert wird alles direkt vom CPU-Board.
Der SuperChance hat hier zusätzlich den Sonderspielezähler
Münzeinheiten: Im Gerät links und rechts befinden sich 2 Münzeinheiten ohne eigene Elektronik, d.h. sie werden von der PIO auf dem CPU-Board
direkt angesteuert/abgefragt.
Beide haben mechanische Münzprüfer (MP), links 2DM/5DM, rechts 1DM/50Pf/10PF, beide mit Sperrmagneten. 2DM und 50Pf laufen direkt in die Kasse (kein Auswurf vorhanden).
Die Münzaufzählung erfolgt auf jeder Seite unterhalb der MPs durch mech. Schalter und die CPU.
JUBILEE, GOLD und JUWEL haben unterhalb der Schalter noch Kontroll-Lichtschranken-Einheiten zur Manipulationserkennung.
Die Lampen dort (24V/2W) müssen immer an sein. Für die Aufzählung ist diese Kontrolle aber grundsätzlich nicht erforderlich und ist
abschaltbar (Gerätebetrieb mit Drehschalter-Stellung 7).
Der 5DM-Auswurf links ist ein Doppelauswurf, d.h. dort werden immer 2 Münzen gleichzeitig ausgeworfen. Rechts befinden sich 2 Auswerfer für 10PF/1DM.
Die Ansteuerung der Auswerfer erfolgt jeweils über Masse, +24V liegen dort permanent an.
Eine Auswurfkontrolle (d.h. ob wirklich Münzen ausgeworfen wurden) gibt es nicht, aber unten an den Röhren für 1DM/5DM je einen
Schalter für "Röhren-leer"-Meldung an die CPU. Ausnahme: der SuperChance hat auch keine "Röhren-leer"-Schalter.
Netzteil-Platine: An der Rückwand befindet sich die Netzteil-Einheit zur Erzeugung der verschiedenen
benötigten Spannungen (5V, 24V~, und je nach Gerät noch -5V, +12V, -12V, 24V=).
Die 24V~ werden nur für's Grobe verwendet, d.h. Lampen und alle Magnete, und sind daher nicht sonderlich
gut gleichgerichtet/stabilisiert.
LEDs zeigen an das die Spannung vorhanden ist und nicht etwa eine der dort ebenfalls befindlichen Sicherungen defekt ist.
Weiterhin befindet sich dort ein kleiner Verstärker für den Mono-Lautsprecher mit Lautstärkeregler.
Vorsicht: Die 3 Adern der 220V-Zuleitung sind am Netzteil über eine gut zugänglich Lüsterklemme befestigt. Die Zugentlastung des
Netzkabels beschränkt sich in der Regel auf einen Knoten im Netzkabel (wow!), was aber natürlich nicht verhindert
das die einzelnen Adern an der Lüsterklemme sich bewegen und lösen können.
Unter dem roten Blech mit der Steckdose und 3 Sicherungen befindet sich der Trafo, 2 Entstörmodule und die 220V-Verkabelung.
Das Entstörmodul dort hinten an der Steckdose hängt vor dem Trafo. Das längliche Entstörmodul innen
am Blechdeckel entstört den Motor und die Neonröhre.
Lüfter: entweder oben links oder irgendwo mittig an der Rückwand befindet sich ein Lüfter um die im Gerät erzeugte Wärme nach Außen abzuleiten. Dieser Lüfter
muß immer laufen und auch merklich Luft nach Außen blasen, sonst besteht die Gefahr das sich Bauteile überhitzen und zerstört werden. Vorsicht: in einigen Geräten dieser
Technik läuft der mit 220V!
Im SuperChance ist kein Lüfter vorgesehen, den sollte man aber nachrüsten,
es kommt sonst zu Störungen wegen Überhitzung. (s. im Folgenden bei Wartung).
Vorsicht 220V!: Zumindest der Motor, die Leuchtstoffröhre, der Starter dafür, eine Entstörplatine unter den Scheiben,
das Netzteil, in einigen Geräten auch der Lüfter und ev. noch weitere Komponenten laufen mit 220V! Deshalb ist
es sehr wichtig das der Schutzleiter (Gelb/grün von der Steckdose) auch wirklich (noch), so wie vom Hersteller vorgesehen, mit ALLEN Metallteilen
des Gerätes verbunden ist. Im Gerät wird der
Schutzleiter als nicht-abgeschirmtes flaches Kupferkabel oder grün-gelbe Einzelader weitergeleitet (s. z.B. über
dem oberen Türscharnier da kommt er vom Netzteilgehäuse und geht 'rüber
zur Tür.)
Wartung/Reparatur:
Sicherheitshinweise: Einige Teile im Gerät stehen im Betrieb unter 220V (s.o.)! Reparaturen an spannungsführenden Teilen sollten nur durch den Fachmann erfolgen. Ziehen Sie vor jedem Öffnen des Gerätes den Stecker
aus der Steckdose. Prüfen Sie nach jedem Eingriff in das Gerät und bevor Sie es berühren ob Gehäuseteile unter Spannung stehen. Das Gerät darf nur verwendet werden an
Steckdosen die mit Schutzleiter versehen sind! Alle Metallteile im Gerät müssen mit dem Schutzleiter verbunden sein!
Verwenden Sie zusätzlich einen FI-Schutzschalter, die sind z.B. auch als Zwischenstecker für die
Steckdose erhältlich und deutlich billiger als Ihre Beerdigung.
Handbuch: Auch wenn Ihnen das zu Ihrem Gerät passende Handbuch vorliegt bedeutet das nicht das die
Schaltbilder auch tatsächlich den Gegebenheiten in Ihrem Gerät entsprechen. Alle mir vorliegenden
Handbücher haben (zum Teil wesentliche) Abweichungen in den Schaltplänen gegenüber der tatsächlichen Schaltung.
Dies behalten sich die Hersteller in den Handbüchern im Kleingedruckten in der Regel auch ausdrücklich vor.
Das Handbuch ist dennoch natürlich erste Wahl um das Schaltungsprinzip zu verstehen und für die Fehlersuche.
Bevor es an's Löten geht messe
ich dann aber lieber immer nach ob ich auch wirdlich den richtigen Punkt/Anschluß zu fassen habe.
Ersatzteile: Die günstigste Variante der Ersatzteilbeschaffung ist zur Zeit sich ein zweites weitgehend baugleiches
Gerät z.B. über EBay zu beschaffen. Der Preis für die Geräte des hier beschriebenen Typs liegt im Mittel dort bei ca. 10 EUR, und
früher oder später wird man dort auch ein passendes Gerät in der Region finden.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist das auch das zweite Gerät defekt ist, wird der Fehler dort (und damit die defekte Einheit)
in der Regel ein anderer sein oder zumindest nicht in gleicher Stärke auftreten.
Neu beschaffen sollte man sich einige Z80-PIO-IC's, die sind/gehen gerne 'mal kaputt, und bei einer gebrauchten PIO weis man nie ob sie
nicht (zumindest teil-) defekt ist.
Aus 2 mach 1 / Teile tauschen:
Vor jedem Tausch von Teilen zwischen 2 Geräten dieser Technik, auch wenn beide den gleichen Namen haben, sollte man
unbedingt prüfen ob die Teile passen: Die Gehäuse weichen zum Teil in den Maßen (!) voneinander ab, z.B. kann eine Tür
andere Abmessungen haben als das Gehäuse des anderen Gerätes, oder ein Tastenblock / die Geldschale
darunter ist zu breit/zu schmal für das zweite Gerät.
Bei der Crown-Tür sind die Lämpchen-Ausschnitte der Risikoleiter z.B. auch im Holz ausgesägt, ab Jubilee gibt es nur einen
großen Ausschnitt auf jeder Seite und für die Lichtleitung ein Plastik darin. Der SuperChance hat dort nur Ausschnitte für
6 Lampen.
Bei der Elektronik vor dem Tausch unbedingt prüfen ob die Platinen-Nummern gleich sind.
Der SuperChance hat z.B. ein Netzteil mit einer
zusätzlichen Spannung (-12V für die 2708-EPROMS), d.h. das, und auch die CPU-Platine, darf man nur im SuperChance verwenden.
Umgekehrt darf deshalb natürlich auch kein anderes Netzteil/keine andere CPU in den Superchance.
Die Code-Scheiben der Gewinnabtastung sind (natürlich, genauso wie die Spielscheiben und die Betriebsprogramm-EPROMS)
je Typ unterschiedlich und nicht austauschbar.
Auch die Glasscheiben und das Plastik des Ausspieltableaus sind individuell
je Geräte-Typ.
Zumindest zwischen Jubilee, Gold und Juwel sollten aber viele Teile austauschbar sein.
Erfolgreich probiert habe ich das schon mit einem Jubilee, aus dem problemlos ein Gold geworden ist, durch Austausch der Glas-
und Spiel- und Codescheiben, EPROMs und Ausspieltableau-Plastik.
Netzteil: Das Netzteil muß in der Regel nur "behandelt" werden, wenn es defekt ist, d.h. wenn z.B.
eine Spannung fehlt, obwohl alle Sicherungen OK sind.
In der Regel sieht man das daran, das eine LED, trotz einwandfreier Sicherungen, nicht leuchtet. Das muß aber nicht so
sein, es kann auch einfach sein, daß die LED selber defekt ist, was nicht weiter stört. D.h. erstmal Spannungen vom
Netzteil nachmessen, vielleicht kann man sich den Ausbau sparen.
Da dort 220V umgehen sollte der Ausbau und die Reparatur nur durch einen Fachmann erfolgen!
Zum Ausbau muß man zunächst natürlich den Automaten aus der Steckdose ziehen!
Dann oben das Kabel zur CPU abziehen, und den Stecker neben dem Motor abziehen und dieses Kabel dann hinter dem Münzeinwurf zum
Netzteil herausziehen, so daß es frei am Netzteil hängt. Dann am Lautsprecher die Anschlüsse abziehen.
Das Netzteil ist unten gesichert mit zwei Plastikmuttern. Hat man die gelöst, kann man es vorziehen/anheben und oben von den
2 Schrauben heben. Die sind manchmal ein bischen dick geraten, das ist daher oft etwas fummelig, geht aber letztlich immer ohne Gewalt.
Die Platine auf dem Netzteil ist dort mit 4 Schrauben befestigt und man kann sie auch abnehmen ohne das Netzteil auszubauen
oder aufzuschrauben.
Die dicken Dioden BY251 (3A) auf dem Netzteil sind manchmal etwas unterdimensioniert und werden sehr heiß, was man an
deutlichen "Schmorspuren" an der Platine sieht. D.h. nicht, daß sie defekt sind, die können einiges ab, aber wenn ich
sowieso die Platine in "Arbeit" habe, tausche ich sie oft auch gleich mit aus gegen BY550 (5A), und mit etwas mehr Abstand
zur Platine.
Lüfter: Der Lüfter ist in der Regel nach 20 Jahren ziemlich verdreckt und laut. Wenn reinigen und ein Tropfen Öl auf die Achse (unter der Plastikkappe) ihn nicht leiser machen
liegt wohl ein Lagerschaden vor und man kann ihn nur tauschen.
Statt dem Originallüfter mit (je nach Typ 24V oder 220V) kann man auch einen guterhaltenen
PC-Lüfter verwenden, aber da die 12V vom Netzteil zu schwach sind, (auf Dauer würde das Netzteil beschädigt,)
benötigt man dann noch z.B. ein kleines seperates Netzteil (220V dafür liefert dann z.B. die Steckdose im Gerät). Ein Steckernetzteil
paßt nicht direkt in die Steckdose, dann geht die Tür nicht mehr zu, d.h. ggf. verlängern.
Bei den nachgerüsteten (und überflüssigen) Zusatzlüftern im
Bild unten ist z.B. so verfahren worden, das externe Netzteil liegt (im Bild nicht sichtbar) unter
der Kasse.
Beim SuperChance sollte man mindestens einen Lüfter nachrüsten, der die Wärme aus dem Gehäuse bläst.
Ich habe dort noch einen Zweiten auf die EPROMs gerichtet, da die schon nach kurzer Zeit recht warm werden.
Accu tauschen/Taktgenerator/IC's im Umfeld : Auch wenn der Accu auf dem CPU-Board
noch gut aussieht löte ich ihn immer aus, verlängere ihn mit 2 Drähten und befestige ihn
außerhalb der CPU-Platine, damit er beim nächsten Auslaufen (reine Zeitfrage wann) das Board nicht mehr gefährden kann.
Insbesondere beim SuperChance sollte man den Accu unbedingt so ersetzen: dort (zumindest bei meinem Gerät) funktioniert nämlich die Accu-Prüfung
durch die CPU definitiv nicht und ein leerer/fehlender Accu stört den Betrieb nicht und ist nicht zu bemerken.
D.h., bei dem SuperChance bemerkt man einen defekten Accu erst, wenn die ausgelaufene Säure bereits das Board zerstört hat,
wahrscheinlich auch ein Grund, das es heute offensichtlich nur noch wenige überlebende SuperChances gibt.
Wenn ich mir die Accu-Test-Schaltung da so ansehe, kann das eigendlich auch nicht funktionieren,
aber vielleicht mißverstehe ich da auch etwas.
Ab dem Crown wurde jedenfalls die Schaltung so geändert, daß sie funktioniert,
und die Schaltung ist dann auch plausibel.
Statt Accu kann man auch ein Batteriepack mit 3 normalen Mignon-Batterien (s. z.B.
im Bild links von der CPU) verwenden,
dann benötigt man in der Plusleitung
aber noch eine Diode (1N4148 oder ähnlich),
die Spitze/Markierung der Diode zeigt dann zum Board-Accu-Plus-Anschluß.
Bei bereits ausgelaufenem Accu muß man auch die umliegenden Bauteile reinigen (Wattestäbchen/Brennspiritus) bzw. tauschen.
Die gehören z.B. zum Taktgenerator und früher
oder später zerfrißt die dann die Säure. Bei stark angegrünten IC-Sockeln sind meist schon einige Beinchen durchgerostet ohne das man das sofort sieht, man merkt's
aber spätestens daran das das Gerät völlig tot ist. (Nix Takt - nix CPU-Funktion).
Damit ein neuer Sockel auch auf der Oberseite der Platine
definitiv sauber Kontakt zu den Leiterbahnen hat
löte ich die neuen Sockel immer "auf Stelzen" ein, d.h. erst zwei Stiftpfostenleisten (kann man dann gut auf beiden Platinenseiten verlöten) und dann auf die Pfosten den
Sockel. (Luft dafür ist genug, der Deckel paßt trotzdem noch auf die CPU-Platine). Bei späteren (Folge-)Fehlern kann man dann auch
gut die Leiterbahnen unter dem Sockel nachverfolgen/prüfen/messen.
Nach Austausch des Accu's ist natürlich das RAM gelöscht. Dies interessiert das Gerät grundsätzlich zwar nicht weiter, beim
Auszahlen kann es aber zu Mißverständnissen (= Fehler) kommen weil das Gerät meint die Röhren wären leer. Daher nach Austausch des
Accu's immer einmal in Drehschalterstellung 2/3 die Zähler initialisieren. (s.u.
Drehschalter)
Hier ein Beispiel für einen Säureschaden: Was auf den ersten Blick noch ganz gut aussieht

ist bei näherem Hinsehen schon ein ziemliches Desaster:

Glasscheiben ausbauen/reinigen/fixieren / Tür zerlegen: Nach Abziehen aller Stecker die zur Tür führen und aller Stecker die zur CPU gehen kann man die
ganze Spielscheiben-Einheit samt CPU usw. nach oben aus den Scharnieren heben.
Dann sie verbleibende Scharnierleiste an der Scheibe bzw. die Leiste mit den Schnappern abschrauben, genauso wie die beiden Leitern-Platinen und dann die
Leitern-Plastiks und das Ausspieltableau-Plastik mit Platine.
Nun hat man freien Zugang zu den Scheiben. Die Mittelscheibe ist noch oben und unten verschraubt.
Die Rahmen zu den Seitenscheiben zur Mitte hin sind Hersteller-seitig im Holz VERKLEBT, d.h. wenn die Rahmen sich nicht mit geringem Kraftaufwand lösen lassen
läßt man sie besser
unangetastet und reinigt die Seitenscheiben durch den Holzausschnitt.
Reinigen kann man nach meiner Erfahrung die Scheiben von innen ohne Verluste mit
Wasser und Spülmittel und einem weichen Tuch. Bei starker Nikotinverschmutzung greife ich aber auch zu Glasreiniger, da ist aber höchste Vorsicht geboten denn
der greift bei zu intensiver Benutzung die Farbe an. Auf keinen Fall darf man scharfe Mittel verwenden für alle getönten Partien der Scheibe
(z.B. Münz-/Serienanzeige), die Tönung wischt man sonst schon beim ersten Versuch schlicht weg oder sie werden häßlich milchig.
Den Tastenblock kann man nach Abschrauben des Schalter-Blechs / der Schrauben im Holz komplett nach vorne herausnehmen. Die Originaltasten (breiter Schwarzer Ring,
Knopf versinkt beim Drücken) sind im Holz VERKLEBT, lassen sich aber meist vorsichtig mit sanfter Gewalt nach vorne herausdrücken. Danach kann man dann das Blech
mit der todschicken Holzimitat-Folie seitlich aus dem Tastenblock ziehen und ggf. restaurieren/neu bekleben.
Vor dem Wiedereinbau der Scheiben sollte man die Andruckgummi's (= herstellerseitig so eine Art kurze Dichtungsband-Streifen, um die Scheiben 'rum auf dem Holz verteilt)
verstärken, z.B. indem man noch eine Lage
Dichtungsband darüberklebt, dann ist sichergestellt das die Scheiben nicht mehr im Betrieb klappern. Ließen sich die Seitenscheiben nicht ausbauen kann man dort
von innen an mehreren Stellen dickes Gummiband (ca. wie Flippergummi's) vorsichtig 'runterdrücken um späteres Klappern zu vermeiden.
Spielscheiben ausbauen / Antrieb schmieren: Der Zahnriemen wird gespannt mit einer Spannrolle hinter den Spielscheiben. Die Mutter zur
Justierung der Rolle ist durch das Loch rechts in der Gewinnabtastung-Platine zugänglich.
Nach dem Lockern des Zahnriemens können die Spielscheiben ausgebaut
werden.
Dies erfolgt IMMER VON HINTEN, von vorne gehts nur sehr schwer und die Gefahr ist sehr groß das die Spielscheiben dabei zerkratzen(!):
Sprengring an der Gewinnabtastung-Codescheibe lösen, Codescheibe abziehen, dann Spielscheibe nach vorne
herausziehen.
An der Spielscheibe befindet sich jetzt noch die Achse mit der Rutschkupplung. Um diese zu zerlegen muß man den Sicherungsstift herausdrücken und kann
dann die Einzelteile von der Achse abziehen und auch dort die beweglichen Teile säubern und neu schmieren. Die Filzscheiben dort gehören natürlich nicht geölt (auch wenn man das
leider öfter so vorfindet), die sollen die Spielscheibe ja mitnehmen wenn der Startmagnet löst.
Wenn der Motor selber deutliche Laufgeräusche macht, kann man auch ihn vorsichtig zerlegen und reinigen / neu schmieren.
Meine Faustregel: bei geschlossenem Gerät darf man den Motor nicht "orten" können, d.h. die Motordrehzahl darf man
nicht heraushören.
Um den Motor auszubauen muß man zunächst die beiden Motor-Leitungen von der Relais-Platine ablöten.
Dann das Riemen-Antriebsrad abbauen. Hat man dann die 4 Schrauben dahinter gelöst, kann man den Motor mit Getrieb abnehmen.
Das Getriebe selber ist am Motor nur mit 2 Schrauben befestigt.
Um den Motor zu zerlegen muß man dann den Propeller vorsichtig
abziehen/abhebeln und dann die 2 Motorschrauben lösen.
Oben und unten in den Metallbügeln befindet sich jeweils ein
gekapseltes Kugellager. Das obere führt die Achse nur, während das untere im Betrieb durch das Gewicht der Achse
und den Widerstand des Getriebs permanent belastet wird. Daher kommt in der Regel von diesem Lager der Lärm.
Die Lager müssen sich praktisch ohne Widerstand drehen. Wenn eines merklich bremst, ist es entweder ziemlich verdreckt
oder defekt. Am Besten wäre dann natürlich, das Lager auszutauschen.
Ich weis aber leider nicht, wo man die bekommt, und habe
mich bisher darauf beschränkt, das Lager zu reinigen und leicht zu ölen, und damit war immer der
Lärm deutlich reduziert.
Das Getriebe sollte man bei dieser Gelegenheit auch einmal vom alten Fett befreien, säubern und neu schmieren.
Auch beim Zusammensetzen von Motor und Getriebe muß man darauf achten, das alles leichtgängig bleibt:
die Getriebeschrauben haben in den Löchern etwas Spiel = durch Verschieben die leichtgängigste Position herausfinden.
Auch die Spannrolle besteht aus einem gekapselte Kugellager und braucht nicht geschmiert zu werden, das würde da nichts bringen
und nur bremsen! Wenn sie nicht frei dreht, sollte man sie reinigen.
Der Riemen sollte im Betrieb
natürlich möglichst mittig über die Rolle laufen, d.h. möglichst nicht an der seitlichen Führung
längsschleifen. Einstellen kann man das meist schon durch Verdrehen der Rolle. Die Riemenspannung sollte nicht zu fest sein,
optimal ist offensichtlich wenn sich der Riemen oben mit dem Finger ohne großen Kraftaufwand ca. 2cm herunterdrücken läßt.
Ist der Riemen zu lose, dann hört man knatsch-knatsch-Geräusche wenn alle Scheiben gestoppt haben.
Auswerfer ausbauen / Plastiksockel ausbauen: Die Auswerfer sind mit 3-4 Schrauben im großen Plastiksockel befestigt. Üblicherweise kommt man an mindestens eine davon nicht heran da
die Halterung der Kasse im Weg ist. Diese Halterung ist zusätzlich zu den 3 Schrauben dort noch mit doppelseitigem Klebeband an der Rückwand befestigt, läßt sich
aber mit beherzter Gewalt dann doch lösen.
Der Plastiksockel selber ist eigendlich nur mit den beiden, vorne gut sichtbaren Schrauben befestigt, um ihn herausnehmen zu können müssen aber noch die
beiden Münzleitbleche links und rechts an der Wand abgeschraubt werden (jeweils 2 Schrauben, je eine unter dem Plastik-Münzkanal von oben, d.h. diesen dazu auch
lockern!).
Der Ausbau lohnt sich aber in der Regel doppelt, zum einen kann man dort nun alles bequem säubern, zum Anderen findet man dahinter in der Regel immer
noch diverse DM-Münzen.
Fehler: Im Rahmen der durch die Technik vorgegebenen Möglichkeiten erkennt die CPU Fehler im Betrieb und zeigt sie zusammen mit einem
Piepton (kurz) in der Münzspeicheranzeige an.
Tritt der Fehler dreimal hintereinander auf bleibt das Gerät stehen und der Fehlercode erscheint permanent.
Da die Fehlernummer aussieht wie ein DM-Betrag wird sie gerne fehl-interpretiert als "da sind noch 60 Pf auf dem Zähler, trotzdem läuft er nicht".
Der SuperChance soll zwar laut Handbuch auch einige der Fehler erkennen, macht es aber nicht: zumindest zeigt er bei Fehler nichts sichtbar an.
Mein Gerät scheint aber auch ein recht früher Vertreter dieses Typs zu sein, jedenfalls wurde da herstellerseitig an der
CPU recht fleißig korrigiert (Drahtbrücken, nachgelötete Transistoren, usw.), vielleicht können spätere Exemplare das besser.
Die folgenden Fehlercodes stammen vom SUPERCHANCE, CROWN und vom GOLD (vielen Dank, Udo!), die
Drehschalter-Tabelle vom SUPERCHANCE und JUBILEE
Fehlertabellen:
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